Nur jenes Arzneimittel vermag eine Krankheit zu heilen, das selbst beim Gesunden die der Krankheit ähnlichsten Symptome hervorzubringen imstande ist. Beispiel: Allium cepa ( die Zwiebel).

Wenn ein gesunder Mensch Allium cepa in homöopathischer Dosierung mehrfach einnimmt, so entwickelt er Symptome, wie sie uns allen bekannt sind, da jeder von uns weiß, was beim Zwiebel schneiden mit uns passiert. Gibt man aber einem Patienten, der unter reichlich mildem Tränenfluss und reichlich wässrigen und äußerst scharfen Absonderungen der Nase leidet, Allium cepa homöopathisch aufbereitet, so vermag dieser Kranke mit diesem Mittel gesund zu werden.

So wie die Zwiebel, wurden und werden an die 2000 Mittel aus dem Tier-, Pflanzen-, und Mineralienreich an freiwilligen Gesunden geprüft. Die körperlichen, seelischen und geistigen Krankheitszeichen die diese Menschen entwickeln werden genau aufgezeichnet und bei Kranken die diese Symptome aufweisen, wie sie beim Gesunden als Arzneikrankheit vorübergehend auftraten, eingesetzt.

Das den Krankheitszeichen des Patienten entsprechendste Mittel wird als Einzelmittel gegeben. Indem der Kranke nun seine Arzneikrankheit besiegt, heilt er seine natürliche Krankheit aus. Diese Wirkungen können jedoch nur erzielt werden, wenn die Arzneimittel homöopathisch aufbereitet sind.

Man nennt dies Potenzierung. Die Kombination aus Verdünnung und Verschüttelung oder Verreibung fördert dynamische Kräfte zutage. Bei der Potenzierung oder Dynamisation wird das Materielle verringert und die Kraft gesteigert. Samuel Hahnemann (1755-1843), der Begründer der Klassischen Homöopathie, fand heraus, dass durch das Potenzieren eine deutliche Wirkungsverstärkung erreicht werden kann.